Nach der Beschädigung einer unterirdischen Diesel-Pipeline am 11.03.2026 im Industriepark in Wiebelsheim (Rhein-Hunsrück-Kreis) ist das Ausmaß der Umweltschäden weiter unklar. Wie das Umweltministerium mitteilte, kann die ausgetretene Menge an Dieselkraftstoff bislang nicht abgeschätzt werden.
Eine Sprecherin der Kreisverwaltung des Rhein-Hunsrück-Kreises erklärte, der Kraftstoff sei bis zur Schließung der Leckage vor allem über einen nahegelegenen Bach abgelaufen, vereinzelt aber auch in den Boden gesickert. Der Boden werde ausgehoben und zu einer Abfallanlage transportiert, um ihn zu entsorgen, hieß es. Unmittelbar nach dem Vorfall wurden Ölsperren installiert. Zahlreiche Experten aus dem Gewässer- und Naturschutzbereich sind vor Ort und kontrollieren die notwendigen Maßnahmen.
Die weiteren Auswirkungen auf Natur und Tierarten können nach Informationen der Kreisverwaltung derzeit nicht abschließend beurteilt werden. Größere negative Auswirkungen auf Fische in dem Bach seien bislang nicht feststellbar. Eine gefundene tote Bachforelle sei nicht unmittelbar mit dem ausgetretenen Diesel in Verbindung zu bringen.
Inzwischen geht die Polizei fest davon aus, dass es sich um Dieselklau handelt. Sie ermittelt wegen schweren Bandendiebstahls. Demnach wurde die Pipeline rund einen Meter unter der Erde mit einem Ventil angezapft, der Diesel sei dann mit einem Spezial-Schlauch nach oben befördert worden. Die Täter hätten sich gut ausgekannt, sagt Jörn Mengen von der Polizei Koblenz. „Das kann niemand schaffen, der davon keine Ahnung hat.“

Das Leck in der Pipeline wurde zwar verschlossen, aber es liegt immer noch der Geruch von Diesel in der Luft. Der Diesel ist durch einen kleinen Bach in den größeren Simmerbach gelangt und wurde so großflächig verbreitet. Nach Angaben der Kreisverwaltung sind mehrere Ölsperren errichtet worden, um eine weitere Ausbreitung des Diesels zu verhindern.
Um die Austrittsstelle ist eine Fläche von ca. 5.000 m² betroffen, in der Erde auf Schadstoffe geprüft und entfernt wird. Das Grundwasser sei nach aktuellem Stand nicht kontaminiert. Landrat Volker Boch dankte den Einsatzkräften für ihr schnelles Handeln. Sie hätten „sehr schnell reagiert und umfangreiche Maßnahmen eingeleitet, um die Auswirkungen des Schadens zu begrenzen“.
Wie der Kreis weiter mitteilt, ist die Gewässerökologie beeinträchtigt, insbesondere Gewässerinsekten und andere wirbellose Organismen. Ob auch Amphibien betroffen sind, ist den Angaben zufolge noch nicht klar. Der Kreis beobachtet außerdem, ob Biber, die in dem betroffenen Gebiet leben, durch den Dieselaustritt beeinträchtigt seien. Bis jetzt seien allerdings keine negativen Auswirkungen festzustellen, heißt es vom Rhein-Hunsrück-Kreis.


Im betroffenen Gewässerabschnitt wurde eine tote Bachforelle gefunden, ob es einen Zusammenhang mit dem Dieselaustritt gibt, ist ebenfalls noch offen. Eine größere negative Auswirkung auf den lokalen Fischbestand sei aktuell nicht registriert worden.
Auch Stadtbürgermeister Dr. Andreas Nikolay, gleichzeitig Vorstandsmitglied unseres Vereines, informierte darüber, dass wegen des Dieselaustritts in den Simmerbach ein Saugwagen im Auftrag der Pipeline-Betreiberfirma RMR (Rhein-Main-Rohrleitungstransportgesellschaft) am Bachlauf vor dem Simmersee in Betrieb ist. Die Feuerwehr hat Ölsperren gesetzt. Mit dem Absaugen des auf dem Wasser treibenden Ölfilms soll u. a. verhindert werden, dass Kraftstoff in den Simmersee gerät. Die Maßnahme wird mehrere Tage andauern. Die Bevölkerung wird den Dieselgeruch in diesem Bereich wahrnehmen. Zu Schäden an der Umwelt können zum jetzigen Zeitpunkt noch keine genauen Angaben gemacht werden.

